DER LABRADOR

Eine kurze geschichtliche Exkursion.

Der Labrador Retriever  ist eine der sechs, von der FCI anerkannten Retrieverrassen.
Es gibt neben ihm noch den Golden Retriever, kurz Golden, den Flat Coated Retriever, kurz Flat, den Chesapeake Bay Retriever, kurz Chessie, den Curly Coated Retriever, kurz Curly und den Nova Scotia Duck Tolling Retriever, kurz Toller. Der Labrador Retriever ist also keine Kreuzung aus Golden Retriever und Labrador, sondern wie die anderen eine Retrieverrasse.

Er ist als Apportierhund unter der Gruppe 8 (Apportierhunde, Stöberhunde, Wasserhunde) klassifiziert. Anders als zu vermuten, stammt der Labrador nicht von der gleichnamigen Halbinsel Kanadas, sondern aus Neufundland ab. Die Menschen in dieser Gegend hatten als Jagdhelfer robuste Hunde, die zunächst die Bezeichnung "kleiner Neufundländer" und später "Labrador-Hund" bekamen. Englische Fischer brachten diese Hunde mit und setzten sie vielfältig, allerdings hauptsächlich als Apportierer abgetriebener Fischernetze oder Fische ein. Doch der kleine robuste Hund zeichnete sich auch als Jagdhund aus. Es wird angenommen, dass der St.-John's-Hund der Urahn des Labradors ist. Der englische Kennel Club (KC) erkannte den Labrador Retriever bereits 1903 offiziell als Rasse an. In Deutschland wurde 1966 der erste Wurf beim VDH eingetragen. Seitdem ist diese Rasse äußerst beliebt geworden, was nicht immer von Vorteil für eine aktive Jagdhunderasse ist. Darum ist es wichtig zu wissen, dass der Labrador Retriever ein Jagdhund ist und dieser nicht nur als  der allseits bekannte Familienhund oder als Kinderspielzeug geboren wird.

Informative Videos über die Rasse:

 
 
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Ein Labrador ist kein sehr plüschiger Hund, sein Fell ist kurz, dicht und harsch. Es hat eine sehr dichte Unterwolle, die bei Fellwechsel gelegentlich ausgebürstet werden sollte. Das Unterhaar ist wetterbeständig und sehr pflegeleicht. Verschmutzungen können meist gut ausgeklopft werden. Im Fellwechsel sollte die Unterwolle ausgekämmt werden. Man findet über das ganze Jahr hinweg, mehr Haare im Haus, als einem lieb ist. Geschoren muss der Labrador nie. Er muss auch keine Kurzhaarfrisur im Sommer bekommen. Die Unterwolle schützt gleichermaßen vor Hitze und auch Kälte.

Während der Entstehung der Rasse fielen hauptsächlich schwarze Welpen, bis erstmals liverfarbene Welpen in der Buccleuch-Zucht geworfen wurden. Gelbe Welpen wurden etwas später in der Radclyffe Zucht geworfen. Diese beiden Farben, außer schwarz, galten damals als untypisch und waren nicht erwünscht. Diese Welpen wurden meist getötet oder verschenkt. Später fanden allerdings gelbe und auch braune Welpen immer mehr Liebhaber, sodass heutzutage alle drei Farben gleichermaßen verbreitet sind. Alle 3 Farben waren allerdings von Beginn an in der Erbmasse verankert. Sie sind nicht durch gezielte Zuchtversuche auf Farbe entstanden.

Laut Farbvererbung  gibt es neben einfarbig schwarz, ebenfalls den gelben und den chocolate oder braunen Labrador. In einigen Ländern ist auch die Bezeichnung Leberfarben oder Liver bekannt. Diese Farbe kann von einem hellen Vollmilchbraun bis hin zum dunklen Zartbitter variieren. Von sehr hell, fast weiß bis hin zum Fuchsrot spricht man von einem gelben Labrador. Foxred ist also keine weitere exotische Farbe, sondern nur die Bezeichnung für ein dunkles gelb. Manche gelbe Labradore machen in Sachen Vererbung noch eine kleine Ausnahme, den s.g. Dudley. Hier handelt es sich laut Standard um gelbe Hunde, die kein dunkles Pigment ausbilden können. Die Körperpartien, die normalerweise schwarz sind, sind beim Dudley braun. Das heißt, Nase, Augenränder und Pfoten sind lediglich nur mit braunem Pigment versehen, zudem haben sie meist hellgelbe Augen. Dudleys kommen nicht oft vor. Züchterisch gesehen stellen diese Hunde aber kein Problem dar, da sie mit entsprechenden Partnern, normal pigmentierte Hunde hervorbringen können. Auch gesundheitlich gibt es keine Erkenntnisse darüber, dass Dudleys anfälliger o.ä. sind. Diese Hunde werden in Züchterkreisen außerhalb der seriösen Zuchtvereine oft als Champagner verkauft. Aber auch hier wieder, es handelt sich schlichtweg um gelbe Labradore. Der Begriff "blond" wird oft von Züchtern verwendet, die nicht dem VDH angehören. Korrekt ist immer GELB.

Ein kleiner weißer Brustfleck ist bei allen Farben statthaft und führt nicht zum Zuchtausschluss. Neu "erfundene" Farben wie Silber, Charcoal oder Champagner existieren im reinrassigen Labrador nicht, da er das s.g. Dilutegen (dd) nicht in sich trägt. Ebenso entstanden diese Farben nicht durch spontane Mutationen. Es wurden hierzu in jedem Fall andere Rassen, wie der Weimaraner, über eine oder mehrere Generationen eingekreuzt, um diesen Farbschlag zu erhalten. Auch die Aussage, dass sie wie der braune Labrador früher oder später anerkannt werden, ist unwahr. Den Grund habe ich oben bereits kurz erklärt.

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Das Wesen des Labradors ist freundlich, ausgeglichen, äußerst intelligent und jederzeit in der Lage, Probleme schnell und selbständig zu lösen. Er ist Hund genug und strotzt vor Gelassenheit, so scheut er keinen Kontakt zu fremden Menschen und Tieren. Man sollte fernab von sämtlichen Beschreibungen aus Büchern und dem Internet sich immer vor Augen halten, dass auch ein Labrador nur ein Hund ist. Er bringt zwar die besten Voraussetzungen auf Grund züchterischer Selektion mit sich, trotzdem kann aus einem verspielten und wilden Welpen ein unausgeglichener und sogar schwieriger Hund werden, wenn er nicht von Beginn an, konsequent und gleichzeitig liebevoll erzogen wird. Ganz sicher ist der Labrador ein idealer Familienhund, dies ist er aber nicht von Anfang an unbedingt, sondern er sollte dazu gemacht werden. Ein Welpe muss auch erst einmal lernen, wie weit er gehen darf, wie er sich ins Familienleben einfügen muss und welche Grenzen er einhalten sollte. Dornen, Wasser oder Schlammlöcher, dichtes Gehölz und Stoppelfelder stellen für viele Labradore keinerlei Probleme dar. Wo ein Wille ist...mag das Motto eines Labbis sein. Daher sind Pfützen und Schlamm willkommene Spaßbereiter und wie sagt man so schön "nur ein schmutziger Labrador ist ein glücklicher Labrador". Daher eignet sich ein Hund dieser Rasse nicht als Deko. Wenn man ein Sauberkeitsfanatiker ist, Haare im Haus und im Kaffee nicht leiden kann oder Sabber am Fenster und Pfotenabdrücke auf der Hose nicht erträgt, sollte man sich die Anschaffung eines Labbis gründlich überlegen. 

Die Erziehung eines Welpen ist oftmals nervenaufreibend, gleichermaßen aber die schönste Zeit, die man mit einem Hund haben kann. Nach meinen Erfahrungen ist der Labbi ein sehr guter und cleverer Beobachter, der Schwächen schnell für sich nutzen kann. Ebenso schnell lernt er aber auch. Und somit ist es unabdingbar, dass man sich vor Augen hält, dass es einiger Zeit bedarf, aus einem kleinen unbedarften Welpen einen aufmerksamen und angstfreien Junghund über einen rüpelhaften Pubertären bis hin zum netten Alltagsbegleiter und zuverlässigen Arbeitspartner zu machen. Ausgeglichen und sehr aufgeweckt trifft es da ganz gut. Die vorzügliche Nase, das weiche Maul, begeisternde Wasserfreudigkeit, hohe Intelligenz und Tatendrang zeichnen den Labrador Retriever aus. Er ist ein anpassungsfähiger, hingebungsvoller Begleiter, wenn man ihn dazu macht. Eifrig und willig, mit großem Bedürfnis seinem Besitzer Freude zu bereiten, um gleichzeitig auch ein wenig verrückt zu sein, so ist der Labrador Retriever.

 

Den ausführlichen anerkannten Rassestandard des Labrador Retrievers können sie hier nachlesen.

In unseren Augen ist der Labrador eine der schönsten und lustigsten Hunderassen der Welt. 

Er ist ein sehr robuster Hund, der mittelschwer bzw. kräftig gebaut ist, dennoch aber nicht überfüttert oder träge wirken soll. Das heißt, übermäßiges Gewicht oder Substanz dienen keinesfalls einem ausgeglichenen Bewegungsverhalten. Als wendiger und griffiger Hund ist ein Labrador stets in der Lage, schwierigem Gelände zu trotzen und somit seine ihm gestellten Aufgaben auf direktem Wege immer mit viel Freude zu erfüllen. 

Sein Kopf ist recht breit mit kraftvollem Fang, der nicht spitz ist. Der Kopf sollte einen deutlichen Stopp haben und die Ohren liegen dicht am Kopf an. Die Nase variiert in ihren Farben. So ist der Nasenschwamm des schwarzen Labradors, durchgehend schwarz, die des chocolate Labradors braun. Die Nase des gelben Labradors sollte ebenfalls gut pigmentiert sein. Manchmal sieht man eine so genannte Wechselnase beim gelben Labrador. Meist hellt sich diese Nase im Sommer auf und dunkelt zu den kälteren Jahreszeiten wieder nach. Dies hat aber keinerlei gesundheitliche Hintergründe. Beim s.g. Dudley (einem gelben Labrador, der kein schwarzes, sondern braunes Pigment besitzt) sind Augenränder, Lefzen und Nase braun gefärbt.

Der Labrador ist ein kompakter Hund, er besitzt eine gut gewölbte und breite, fassförmige Brust. Oftmals erweckt sein tiefer Rippenkorb den Eindruck von übermäßigem Gewicht, man muss aber sagen, dass ein Labrador kein windhundähnlicher Hund ist und für andere Zwecke gezüchtet wurde, weshalb eine breite Brust von Vorteil ist.

Die Rute ist eines der kennzeichnenden Merkmale unserer Rasse. Sie ist dick am Ansatz und verjüngt sich zur Spitze hin. Eine Labradorrute wackelt geradezu immer und spiegelt das fröhliche Wesen dieser Rasse wider. Der gesamte Körper schwingt dabei mit und der Hund bekommt einen Hüftschwung, der sich sehen lassen kann. Die Rute erinnert dank ihrer Form an einen Otterschwanz, weshalb sie auch den Begriff Otterrute erhielt.

Als Katzenpfoten bezeichnet man die Pfoten des Labradors. Das heißt, sie sind rund und gut aufgeknöchelt, die Ballen sind gut ausgebildet und pigmentiert. Gelegentlich sieht man bei Welpen so genannte Bolopads. Das sind kleinere weiße Häärchen bzw. Spots an der Unter- bzw. Oberseite der Ballen. Sie sollen angeblich zurückzuführen sein auf den legendären CH.F.T.CH. Banchory Bolo. Die Krallen bedürfen gelegentlich einer Pediküre. Sofern der Hund aber viel bewegt wird und sich seine Krallen gut ablaufen kann, muss hier nicht viel gemacht werden. Die Krallen sollten den Boden nicht berühren. Der Nacken des Labradors ist kräftig und geht in gut gelagerte Schultern über, die ihm ein raumgreifendes Gangwerk ermöglichen. Die obere Rückenlinie sollte gerade sein, so dass die Rute nicht gebogen in gerader Rückenlinie getragen werden kann. Die untere Bauchlinie sollte nicht aufgezogen, sondern ebenfalls recht gerade sein. Die Winkelungen sind moderat und die Beinlänge sollte ein kraftvolles und energiesparendes Laufen ermöglichen.

Die ideale Widerristhöhe ist für Rüden 56-57 cm, Hündinnen 54-56 cm. Das Gewicht variiert natürlich stark je nach Alter, Abstammung und Zuchtart. Eine Richtwert bei Rüden ist ca. 30 - 45 Kilo, bei Hündinnen von 25 - 35 Kilo. Der optische Unterschied zwischen Rüde und Hündin ist  deutlich zu erkennen. 

 

Man kann es nicht oft genug sagen, der Labrador braucht eine ausreichende Beschäftigung. Leider gilt der Labrador Retriever heutzutage üblicherweise als reiner Familienhund. Immer kinderlieb, freundlich und leicht zu erziehen. So steht es in Büchern und Internet. Doch wer sich genauestens über die Rasse informiert, wird schnell feststellen, dass der Labrador nicht nur ein Jagdhund war, sondern es auch heute noch ist. Er wird vielseitig oder als Spezialist nicht selten in Jägerhand geführt und zeigt nicht nur hier sein großes Potenzial.
Ein Labbi ist natürlich auch kinderlieb und freundlich, dennoch muss auch er erzogen werden, seinen Anlagen entsprechend gefördert und ausgebildet werden. Und hier genügt nicht ein gelegentlicher Besuch in der Hundeschule nebenan. Die ersten Lebensjahre widmet man der Ausbildung des Hundes. Beschäftigt man sich näher mit den Bedürfnissen dieser Jagdhunderasse, stellt man schnell fest, dass nur ein glücklicher und beschäftigter Labrador zu einem ausgeglichenen und gern gesehenen Alltagsbegleiter werden kann.
Daher sollte sich jeder Welpenkäufer, der sich für diese Rasse entscheidet, die Frage stellen, ob er einen solch intelligenten und immer zur Arbeit gewillten Hund ausreichend und rassegerecht beschäftigen kann. Da der Labrador unheimlich vielseitig ist, gibt es hierzu vielerlei Möglichkeiten. An erster Stelle möchte ich neben der jagdlichen Ausbildung die Arbeit mit s.g. Dummys erwähnen. Diese Jutesäckchen dienen als Wildersatz und werden als Apportiergegenstand in zahlreichen Varianten zur Dummyarbeit eingesetzt. Ziel ist es hierbei im Groben, dass der Hund ruhig (steady) und auf das Kommando seines Menschen wartend ins Gelände geschickt wird, wo er dann auf verschiedenste Weise sein Dummy erschnüffeln darf. Hier arbeiten Mensch und Hund eng zusammen, auch wenn der Hund über eine große Entfernung arbeitet. Dies zeichnet den Labrador aus, dass er auch auf große Distanzen lenkbar und gehorsam ist. Merkfähigkeit und Ausdauer werden hierbei gut gefördert, nicht nur beim Hund. Ein Labrador, der sein Daseinnur mit Gassigehen fristet, ist schnell frustriert und unglücklich und zeigt dies nicht selten durch Verhaltensänderung. Haus, Garten und Möbel bekommen dies häufig zu spüren. Auch Wesensveränderungen sind dann nicht selten.
Neben der Dummyarbeit gibt es natürlich noch weitere Beschäftigungsmöglichkeiten, wie z.B. Mantrailing, Rettungshundearbeit, Dogdancing, Agility, Obedience, Zielobjektsuche etc.. Fahrradfahren, Joggen oder Skaten ist keine art- und rassegerechte Beschäftigung für einen Jagdhund. Labradore sind keine Laufhunde, sondern eher für kurze Sprits gemacht. Stumpfes Nebenherlaufen lastet ihn keinesfalls aus und macht Ihren Hund nicht glücklich, nur körperlich erschöpft. Der Kopf bleibt dabei ungefordert und leer. Geben Sie Ihrem Hund also eine Aufgabe und er wird es Ihnen mit Ausgeglichenheit danken.

 

Wie bei allen Hunderassen ist die Gesundheit ein großes Thema. Beim Labrador Retriever gibt es, wie bei allen anderen Hunderassen auch, eine Reihe von erblich bedingten, angeborenen oder erworbenen Krankheiten. Natürlich sind alle Züchter darauf bedacht, möglichst gesunde Hunde zu züchten, doch leider kann man lebenslange Gesund- und Versehrtheit von Individuen nicht garantieren, wir versuchen aber nach bestem Wissen und Gewissen Defizite zu minimieren und zählen daher auf die Kooperation unserer Welpenkäufer und deren Feedback. 

Es mag abschreckend wirken, wenn man sich die lange Liste der möglichen Gentests anschaut. Doch Mutter Natur schreibt ihre eigenen Gesetze und so ist nur natürlich, dass man entweder einen gesunden oder einen kranken Hund bekommt. Bei Menschenkindern ist es nicht anders.. Daher ist es unheimlich wichtig, sich frühzeitig zu informieren. Man muss sicher, wenn man sich für eine bestimmte Rasse entscheidet, ein gewisses Risiko und Kompromisse eingehen, dies bedeutet für potenzielle Welpenkäufer, dass es auch bei züchterischem Handeln naturgemäß keine Garantie für einen vollständig gesunden Hund geben kann. 

Zucht bedeutet auch immer ein Ausprobieren, man kann sich nie sicher sein, was für Hunde aus einer Verpaarung entstehen, darum ist es auch in unseren Augen nicht vernünftig, Hunde aus der Zucht zu nehmen, die evtl. nicht nur gute Ergebnisse in ihrer Nachzucht aufweisen. Bei der nächsten Verpaarung kann es ganz anders aussehen. Und auch nur so gewinnt man aufschlussreiche Erkenntnisse über bestimmte Linien und deren Vererbung. Wenn man mit seinen Ergebnissen arbeitet, kann man seine Zucht optimieren.
Neben der allgemein bekannten Hüftgelenks-, und Ellenbogengelensdysplasie gibt es noch weitere Erkrankungen für die der Labrador prädestiniert ist. U.a. nehmen Herzerkrankungen immer mehr zu. Auch Epilepsie muss beachtet werden, ebenso diverse Krankheiten, die mittlerweile durch Gentests minimiert werden können. Das nach wie vor größte Problem stellen aber HD und ED dar. Beides ist nicht vorhersehbar und man versucht durch entsprechende Anpaarungen der HD und ED Herr zu werden, mit mäßigen Erfolgen. Darum appellieren wir immer wieder an alle Welpenkäufer. Ein Labrador Welpe sollte möglichst "geschont", nicht überbeansprucht und gezielt bewegt werden. Ein waches Auge bei Hundekontakten, gutes Augenmaß das Gewicht im Wachstum betreffend und kontrollierte Bewegung können dazu beitragen, dass der Hund gesund wächst und knochentechnisch kein Desaster wird. Aber auch hier spricht Mutter Natur wieder ein Wörtchen mit. 

 

Sobald man sich mit der Recherche über die Rasse Labrador Retriever befasst, stößt man früher oder später auf die Begriffe Arbeitslinie oder Showlinie, jagdliche Leistungszucht und Standardzucht. Und schon ist das Rätseln groß, denn das ist ein verwirrendes Thema.
Was bedeutend nun diese verschiedenen
Zuchtlinien und Zuchtarten?

 

Zu Beginn sollte man klären, dass diese beiden Begriffe Arbeitslinie und Showlinie laut Standard und den Zuchtvereinen eigentlich nicht existieren bzw. nur umgangssprachlich verwendet werden. Zum besseren Verständnis benutze ich allerdings ebenfalls diese Begriffe.
Richtiger heißt es Field-Trial-Linien (s.g. Arbeitslinien) und Standardlinien (s.g. Showlinien). Und hier beginnt schon der Exkurs, denn damit ist es nicht getan.

Fälschlicherweise werden schmalere und leichtere Labradore mit mäßigerer Knochenstärke und dünnerem Fell schnell als s.g. Arbeitslinien bezeichnet. Kräftigere und schwerere Labbis sind schnell als s.g. Showlinien betitelt. Doch allein an der Optik kann man keine Zuchtlinien erkennen und es rechtfertigt nicht das Gewicht des Hunde, aus welcher Linie er stammt. Auch benutzen oftmals unseriöse Züchter eine bestimmte Bezeichnung, um ihre Welpen attraktiver machen zu können und benutzen dies als Verkaufsstrategie. Man muss sich zuerst einmal merken, dass es grundsätzlich nur einen Rassestandard gibt und sich beide Zuchtlinien an diesem orientieren sollten. Dass beide Lager mittlerweile oftmals stark auseinander driften, ist schade aber nicht mehr vermeidbar, da über die Jahrzehnte die Interessen an Funktionalität und Schönheit stark variierten. Dennoch sollte man als Züchter bemüht sein, nicht nur in ein Extrem zu verfallen, sondern sich ein Stück weit am s.g. Dual Purpose Labrador zu orientieren, einem Labrador, der auf einer Show genauso punkten kann, wie auf einer Arbeitsprüfung. Und beides muss sich ja nicht ausschließen. Aber was heißt das nun für die Hunde?

Man unterscheidet unter den verschiedenen Zuchtarten, die mit den Zuchtlinien nichts zu tun haben. Ein Wurf fällt unter eine Standardzucht, wenn z.B. nur ein Elternteil eine Arbeitsprüfung hat. Von einer jagdlichen Leistungszucht spricht man, wenn beide Elternteile eine Arbeitsprüfung haben. Von einer speziellen jagdlichen Leistungszucht spricht man, wenn beide Elternteile eine Arbeitsprüfung haben und aus Eltern stammen, die beide eine Arbeitsprüfung haben.
Damit die Verwirrung nun komplett ist - es ist somit also möglich, dass Hunde aus Showlinien aus einer jagdlichen Leistungszucht stammen und Hunde aus Arbeitslinien aus einer Standardzucht. Es ist also ausschließlich anhand der Ahnentafel und den Leistungsheften ersichtlich, aus was für einer Zucht und aus welchen Linien ein Hund stammt. Daher ist es immer wichtig, sich damit gut auseinander zu setzen und sich die entsprechenden Nachweise vom Züchter zeigen zu lassen, bevor man sich erzählen lässt, man würde z.B. einen Arbeitslabbi kaufen. Denn schmal und langbeinig heißt nicht automatisch Arbeitslab und klein und kräftig nicht automatisch Showi. 

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Wenn man also von s.g. Arbeitslinien also Field-Trialern spricht, bedeutet das, dass diese Hunde vorwiegend aus Linien stammen, die von Field-Trial-Champions geprägt sind.

Die Ahnen haben über mehrere Generationen hinweg bewiesen, dass sie auf Field-Trials Championtitel und Siege erringen konnten.

Dieser Schlag ist oftmals leichter und athletischer gebaut, vom schmaleren Typ, mit weniger Stopp und geringerer Knochenstärke, sowie etwas weniger Unterwolle (Doublecoat). Der Rutenansatz ist oft etwas zu tief und die Pfoten sind eher länglicher.

Arbeitslinienlabradors gibt es in schwarz und gelb, gar nicht bis selten gibt es sie in chocolate.
Diese Hunde können auch Showhunde in ihren Ahnen haben. Ohne entsprechende Arbeitsnachweise der Ahnen können Field-Trialer auch Standardwürfe hervorbringen.

Arbeitlabradors gelten als etwas sensibler und evtl. leichtführiger, manchmal wesenstechnisch weniger belastbar bzw. distanzierter fremden Menschen gegenüber. Sie besitzen oftmals einen ausgeprägteren Will to please und eignen sich auf Grund ihrer Sportlichkeit ideal als Hunde für den Dummysport und Wettkämpfe, sowie andere Hundesportarten. Man muss aber aufpassen, dass man diese Hunde nicht roboterhaft zu Sportgeräten degradiert. Sie gelten als der ursprünglichere Typ der Rasse, wobei man als Züchter bemüht sein sollte, optisch nicht den Rassestandard außer Acht zu lassen und windhundartige und zu scheue Hunde züchtet.
Mit einem Arbeitslab hat man es u.U. etwas leichter in der Erziehung. Diese Hunde müssen aber intensiv gearbeitet werden. Allerdings sind auch sie ganz normale Labradore und im Haus angenehme Hunde. Natürlich kann man diesen Schlag des Labradors auch nicht pauschalisieren. Auf Ausstellungen findet man leider selten einen Field-Trialer.


Wenn man von s.g. Showlinien also Standardlinien spricht, bedeutet dies, dass diese Hunde vorwiegend aus Linien stammen, die von Showchampions geprägt sind.

Die Ahnen haben über mehrere Generationen hinweg bewiesen, dass sie auf Ausstellungen Championtitel erringen konnten. Dieser Schlag ist oftmals schwerer und kompakter gebaut, vom breiteren Typ, mit tieferem Brustkorb, ausgeprägtem Stopp, guter Knochenstärke, sowie mehr Fell mit guter Unterwolle. Diese Hunde sind den Rassestandard betreffend oft typischer und korrekter. Showlinienlabradors gibt es in allen 3 Farben.

Diese Hunde können auch Arbeitshunde in ihren Ahnen haben. Mit entsprechenden Arbeitsnachweisen können auch Standardlabradore aus jagdlicher Leistungszucht stammen.

Man sagt Labradoren aus Showlinien nach, dass sie nicht mehr arbeiten können und wollen und ihnen die jagdlichen Anlagen weggezüchtet wurden. Insbesondere der braune Labrador soll stur und langweilig oder überdreht und schwer erziehbar sein. Dies kann ich keinesfalls unterschreiben. Natürlich sind Showlabs anders als Arbeitslabradore, allein anatomisch sind sie weniger schnell, da sie oft einfach substanzvoller sind. Dennoch apportieren auch sie für ihr Leben gern und es kommt schließlich auf Geländehärte und Verlässlichkeit und nicht auf Tempo an. Auch sie blühen auf, wenn sie tun dürfen, zu was sie gezüchtet wurden. 

Showlinienlabradore sind allerdings durchaus etwas selbstständiger und neigen dazu, ihre eigenen Ziele zu verfolgen. Allerdings ist dies in der Arbeit oftmals auch von Vorteil, wenn der Hund beginnt, selbstständig zu denken und nicht immer gelenkt werden muss. Oftmals sind Showlinienlabradore robuster, gelassener, unerschrockener und zeigen gerne ihre bedingungslose Menschenliebe.

Beide Schläge des Labbis haben ihre Vor- und Nachteile und beide haben ihre Befürworter und Gegner. Es hilft der Rasse keineswegs, wenn die Lager sich nicht gegenseitig beraten und anerkennen und weiterhin anfeinden. So sind auch hier Geschmäcker und Erwartungen der Züchter und Welpenkäufer verschieden und jeder kann für sich entscheiden, was er bevorzugt. 
Eines ist sicher, Labradore aus beiden Linien sind unheimlich liebenswert und eine Bereicherung für jeden Haushalt.

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